für Radiologie und Nuklearmedizin - Dres. med. Heim, Thiel, Kimpel, Göttmann

3D-Mammografie (Tomosynthese)

 

Verbesserte Brustdiagnostik: 3D-Mammografie (Tomosynthese)

Die klassische Mammografie ist das etablierte und gut eingeführte Standardverfahren in der Diagnostik der Brustdrüse. Leider sinkt die Treffsicherheit der Mammografie mit zunehmender Dichte (zunehmendem Bindegewebsgehalt) des Drüsengewebes, wobei gerade bei dichter Brust das Tumorrisiko leicht erhöht ist. Auch eine ergänzende Ultraschalluntersuchung kann dieses Problem nicht gänzlich lösen.

 

Was ist die Tomosynthese?

Die Tomosynthese ist ein modernes Verfahren zur Brustdiagnostik, das eine hervorragende Ergänzung zur klassischen Mammografie darstellt. Es erzeugt eine Serie von Schichtaufnahmen, die eine dreidimensionale (3D) Darstellung der Brust ermöglicht. Dadurch können Über-lagerungen von Gewebestrukturen aufgelöst und Veränderungen in der Brust besser dargestellt werden.

Da bei röntgendichtem oder unregelmäßigem Drüsenkörper Tumoren in der Mammografie maskiert (d. h. nicht erkennbar) sein können, bietet die Tomosynthese einen deutlichen Vorteil gegenüber der alleinigen Mammografie.

In mehreren großen Studien konnte eine Erhöhung der Krebsentdeckungsrate durch die digitale Tomosynthese gezeigt werden, gleichzeitig sank die Anzahl falsch-positiver Befunde und damit die Notwendigkeit von Nachuntersuchungen und Gewebsentnahmen (Biopsien).

 

Wir freuen uns, Ihnen in unserer Praxis eines der modernsten Verfahren der Mammabildgebung anbieten zu können.

Beispiel für einen in der Tomosynthese erkannten Herdbefund…

… der in der konventionellen Mammografie wegen Überlagerungen nicht sichtbar ist

 

Wie funktioniert eine Tomosynthese?

Prinzipiell ist der Ablauf ähnlich wie Sie ihn von der Mammografie kennen; die Tomosynthese wird an demselben Gerät durchgeführt. Während der Untersuchung schwenkt die Röntgenröhre in einem Winkel von -25 bis +25 Grad über die Brust und nimmt dabei eine Schichtbildserie mit mehreren Bildern in niedriger Strahlendosis in weniger als 5 Sekunden auf.

Aus dem 3D-Datensatz wird ein räumliches Bild errechnet, das uns eine schichtweise Sichtung und Befundung des Brustdrüsengewebes in 1mm-Abständen ermöglicht. Die hohe räumliche Auflösung führt zu einer besonders guten Bildqualität und zu einem Informationsgewinn in der Gewebe-Beurteilbarkeit von 20-30%, insbesondere tumortypische Architekturstörungen im Brustdrüsengewebe können wesentlich besser erkannt werden.

 

Ein Wort zur Strahlenbelastung

Aufnahmen der 3D-Tomosynthese werden mit der geringstmöglichen Strahlendosis durchgeführt. Die Gesamtdosis einer Tomosynthese ist vergleichbar mit der einer digitalen Mammografie in Abhängigkeit von der Beschaffenheit der Brust. Die Strahlenbelastung liegt immer deutlich unter den aktuell gültigen Grenzwerten.

 

Wann ist die Tomosynthese empfehlenswert?

·         Bei entsprechender Indikation und im Rahmen der Früherkennung empfehlen wir die 3D-Tomosynthese vor

         allem Frauen mit dichtem, d. h. bindegewebsreichem Drüsenkörper.

·         Auch zur Abklärung bei unklaren Befunden sehen wir Vorteile in der neuen 3D- BIldgebung.

·         Einen hohen Stellenwert hat das Verfahren auch in der Tumornachsorge.

 

Hinweis zur Kostenübernahme

Die Kosten für die Tomosynthese werden von den privaten Krankenkassen in der Regel in voller Höhe übernommen. Die Tomosynthese ist allerdings nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenkassen, sondern stellt eine sog. Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) dar, deren Kosten in der Regel nicht übernommen werden.