Nuklearmedizin

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Allgemeine Informationen

Die Nuklearmedizin ist ein Bereich der bildgebenden Diagnostik, in dem mit speziellen, in der Regel intravenös verabreichten Kontrastmitteln krankhafte, insbesondere funktionelle Störungen von Organen und Geweben sichtbar gemacht werden können.

Die bildgebende nuklearmedizinische Diagnostik (in Form von sog. Szintigrammen) wird durch Hormon- und Ultraschalluntersuchungen bei Schilddrüsenerkrankungen ergänzt. Die für die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen erforderliche Gabe radioaktiv präparierter Medikamente führt zu einer Strahlenexposition, da der Patient für einige Stunden durch das verabreichte Radionuklid selbst zu einer schwachen “Strahlungsquelle” wird. Diese Belastung liegt jedoch deutlich innerhalb des Toleranzbereichs. Die Strahlenexposition ist abhängig von der Untersuchungsart und der damit unterschiedlichen “Zerfallszeit” (effektive Halbwertszeit), der verabreichten Aktivität, der Art und Energie des Radionuklids und letztlich auch der Masse des untersuchten Organs. Bei weiteren Fragen gibt Ihnen unser Personal gerne Auskunft.

Welche Ausstattung hat die Radiologie Filstal?

Neben dem Schilddrüsendetektor (Fa. Gaede, GKS-1) zur Szintigrafie der Schilddrüse betreibt die Radiologie Filstal eine Siemens Symbia E Gammakamera – eine Gammakamera der neuesten Generation mit der Möglichkeit zur Single-Photon-Emissionscomputertomographie (SPECT). 

SPECT-Geräte wie die Symbia E werden in der Nuklearmedizin verwendet, um sowohl Summations- als auch Schichtbilder von bestimmten Bereichen des Körpers zu erstellen, nachdem dem Patienten ein Radiopharmakon verabreicht wurde. Diese Bilder werden dann verwendet, um die Funktion und Struktur von Organen, Geweben und Knochen zu untersuchen. Für Sie bedeutet das…

Die Vorteile der Verwendung einer Siemens Symbia E Gammakamera (oder generell eines SPECT-Systems) für den Patienten sind vielfältig:

Minimale Invasivität: Die SPECT-Bildgebung ist ein nicht-invasives Verfahren, bei dem keine chirurgischen Eingriffe notwendig sind. Der Patient erhält lediglich ein Radiopharmakon, das entweder eingenommen, inhaliert oder in den Blutkreislauf injiziert wird.

Schmerzfrei: Abgesehen von einem möglichen kleinen Stich bei der Injektion des Radiopharmakons ist die SPECT-Untersuchung schmerzfrei.

Kürzere Untersuchungszeit: Modernere Gammakameras wie die Symbia E können oft schneller scannen, was bedeutet, dass der Patient weniger Zeit auf der Untersuchungsliege verbringen muss.

Genauigkeit: Die Möglichkeit, genaue und detaillierte Bilder zu erhalten, ermöglicht eine präzisere Diagnose und kann dazu beitragen, die Notwendigkeit wiederholter Tests oder Verfahren zu reduzieren.

Geringeres Risiko: Im Vergleich zu einigen anderen bildgebenden Verfahren nutzt die SPECT-Bildgebung eine relativ geringe Menge an Strahlung, was das Risiko für den Patienten verringert.

Komfort und Sicherheit: Die ergonomische Gestaltung moderner Gammakameras berücksichtigt den Komfort des Patienten, sodass die Erfahrung so angenehm wie möglich ist. Außerdem sind die Gammakameras darauf ausgelegt, die richtige Dosis des Radiopharmakons genau zu messen und sicherzustellen, dass der Patient nur der minimal notwendigen Strahlung ausgesetzt ist.

Typische Anwendungen

 

Normalbefund eines Ganzkörperskelettszintigramms in früher und später Untersuchungsphase mit Darstellung des Skeletts in 2 Ansichten

Diese Untersuchung ermöglicht die Darstellung entzündlicher, degenerativ-entzündlicher und auch tumoröser bzw. metastatischer Veränderungen des Skeletts. Dabei werden Aufnahmen in Mehrphasentechnik angefertigt, wobei Spätaufnahmen in der Regel bis zu 4 Stunden nach der Kontrastmittelinjektion erfolgen. Anfänglich können Aufnahmen in schneller Abfolge die Durchblutung der Knochen sichtbar machen. Zusatzaufnahmen, die einzelne Läsionen des Knochens besser lokalisieren können (SPECT-Aufnahmen), erfordern keine weitere Kontrastmittelgabe.

Da etwa die Hälfte des injizierten Radionuklids innerhalb der ersten 2 bis 3 Stunden über die Niere ausgeschieden wird, sollten die Patienten ausreichend Mineralwasser mitbringen, um die Ausscheidung dieses Teils des Radiopharmakons durch verstärktes Trinken zu unterstützen. Darauf weist unser Personal jedoch auch bei der Terminvereinbarung für diese Untersuchung nochmals hin.

(Nuklearmedizinische Untersuchung des Herzens)

 

Auswertung einer Herz-Szintigrafie

Die Koronare Herzerkrankung (KHK) ist eine Erkrankung der den Herzmuskel versorgenden Herzkranzgefäße, in deren Verlauf es zu einer mehr oder minder starken Verengung einer oder mehrerer der drei großen Herzkranzarterien (Koronararterien) oder ihrer Äste kommt. Wenn mittels Koronarangiografie (Herzkatheteruntersuchung) oder CT-Angiografie eine Verengung (Stenose) der Herz­kranz­arterien festgestellt wurde, ist die wesentliche Frage, ob diese Verengung tatsächlich funktionell bedeutsam ist. Die für die weiteren Therapieentscheidungen entscheidende Frage ist somit, ob im Versorgungsgebiet einer eingeengten Koronararterie noch ausreichend vitales Herzmuskelgewebe vorhanden ist, welches sich nach einer Behand­lung z. B. durch Ballondilatation oder Bypass-Operation wieder erholen und seine Funktion wieder aufneh­men kann, oder ob es sich um abgestorbenes Gewebe (Narbe) handelt.

Diese Frage lässt sich mit Hilfe der Myocardszintigrafie abklären. In insgesamt zwei Untersuchungsdurchgängen – einer Untersuchung unter Belastung, einer weiteren unter Ruhebedingungen – wird die Durchblutung des Herzmuskels und damit auch die Durchblutungskapazität der Herzkranzgefäße bestimmt.

 

Auswertung einer Nierenfunktionsszintigrafie

Durch die Nierenszintigraphie können funktionelle Aspekte beurteilt werden wie Nierendurchblutung, Ausscheidungsvermögen (seitengetrennte Beurteilung möglich), Abflussbehinderungen und Gesamtausscheidungsvermögen der Nieren. Dabei wird auch ein an Eiweiß gekoppeltes Radionuklid intravenös gespritzt.

Ein Informationsblatt zur Nierenszintigraphie können Sie hier herunterladen.

 

 

Kalter Knoten in der Schilddrüsenszintigrafie

Neben dem Tastbefund, den Laboruntersuchungen der Schilddrüsenhormone und der Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse wird durch die Szintigraphie mit Technetium 99m die Schilddrüse bezüglich Größe, Form, Struktur und Funktion genauer beurteilbar. Gelegentlich erfolgt eine ergänzende, dann ultraschallgesteuerte Punktion eines auffälligen Gewebsbezirkes. Im Regelfall soll der Patient am Untersuchungstag seine Schilddrüsenmedikamente, wenn bereits eine Behandlung erfolgt, noch nicht eingenommen haben. Dies hängt von der Art des eingenommenen Medikaments ab und wird bei der Terminvereinbarung durch unser Personal genau abgeklärt.

Die Lungenszintigrafie ist eine spezielle Untersuchungsmethode, mit der die Durchblutung und Belüftung der Lunge bildlich dargestellt werden kann. Sie ist eine sichere und effektive Methode, um detaillierte Informationen über die Funktion Ihrer Lunge zu erhalten. 

Perfusionsszintigrafie – Darstellung der Durchblutung: Eine sehr geringe Menge eines radioaktiven Stoffes wird in die Vene gespritzt. Dieser Stoff verteilt sich in den Blutbahnen der Lunge. Ein spezielles Kamera-Gerät (Gamma-Kamera) nimmt Bilder auf, die zeigen, wie der Stoff in der Lunge verteilt ist.

Ventilationsszintigrafie – Darstellung der Belüftung: Sie atmen ein harmloses Gas oder einen Dampf ein, der ebenfalls eine geringe Menge eines radioaktiven Stoffes enthält. Die Gamma-Kamera nimmt dann Bilder davon auf, wie dieses Gas in Ihren Lungen verteilt ist.

Die Lungenszintigrafie kommt noch häufig zum Einsatz, wenn Lungenembolien (Blutgerinnsel in der Lunge) erkannt werden müssen und eine kontrastverstärkte Computertomografie (CT) – z.B. wg. Kontraindikationen – nicht machbar ist.

Teilweise wird die Untersuchung auch noch zu OP-Planung eingesetzt.

Insgesamt sind seit den deutlichen Fortschritten in der CT-Diagnostik die Untersuchungszahlen deutlich rückläufig.

Die Menge an radioaktivem Material, die bei dieser Untersuchung verwendet wird, ist sehr gering und stellt kein signifikantes Risiko für Sie dar. Ihr Körper scheidet den Großteil des radioaktiven Stoffes innerhalb von Stunden bis Tagen aus.

 

Die Nebenschilddrüsen haben für das Kalziumgleichgewicht und den Kalziumstoffwechsel des Menschen eine große Bedeutung. Bei funktionellen Störungen der Nebenschilddrüsen können schwere Erkrankungen des Menschen die Folge sein, die eine operative Behandlung erfordern.

Die nur wenige Millimeter durchmessenden Nebenschilddrüsen liegen in enger Nachbarschaft zur Schilddrüse, können aber auch im Brustkorb liegen und sind meist schwer durch andere bildgebende Untersuchungen zu erkennen. In unserer Praxis kann daher durch eine entsprechende Szintigraphie die Lokalisationsdiagnostik der Nebenschilddrüsen erfolgen.

Durch spezifische Radionuklidverbindungen, welche die Eigenschaft haben, sich an Tumorgewebe anzukoppeln, können bestimmte Tumoren im Körper sichtbar gemacht bzw. auch möglicherweise vorhandene Absiedlungen (Tochtergeschwülste=Metastasen) erkannt werden. Durch die anderen bildgebenden Verfahren, insbesondere die Kernspintomografie, ist diese Methode nur noch in speziellen Fällen gefragt.

Einige Untersuchungen sind derzeit nicht als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen verfügbar und müssen daher privat bezahlt werden, so z.B.